Walkable City – 50 Vorteile einer fußgängerfreundlichen Stadt

Das Architektur- und Ingenieurbüro Arup hat einen sehr lesenswerten Bericht mit dem Titel Cities Alive: Towards a walking world veröffentlicht. Der Bericht geht auf den Trend ein, dass Fußgänger in Städten immer mehr Raum gegeben wird und Autos aus den urbanen Landschaften nach und nach verschwinden. Daneben listet der Bericht 50 Vorteile auf, warum es sich lohnt städtische Räume und Verkehrsflächen für Fußgänger umzugestalten, um Städte in Zukunft zu lebendigen, sicheren, nachhaltigen und gesunden Orten zu machen. Am Ende führt der Bericht 80 Fallstudien auf, bei denen die Anpassung des Stadtraums an die Fußgänger geglückt ist.

 

If you plan cities for cars and traffic, you get cars and traffic. If you plan for people and places, you get people and places. – Fred Kent, Project for Public Spaces

 

Der Bericht ist deshalb erwähnenswert, da das Büro Arup an vielen renommierten, städtebaulichen Projekten beteiligt war. So haben sie maßgeblich an dem Bau des Sydney Opera House, des Centre Georges Pompidou in Paris oder der Allianz Arena in München mitgewirkt.

Hier sind einige der Vorteile von fußgängerfreundlichen Städten:

 

1. Die Verkehrssicherheit wird erhöht

Jedes Jahr kommen mehr als 270.000 Fußgänger weltweit in Verkehrsunfällen zu Tode.
Dieses Risiko kann durch eine bessere Straßenplanung und Geschwindigkeitsbegrenzungen reduziert werden. Statistiken zeigen, dass die Verkürzung von Fußgängerüberwegen zu sechs Prozent weniger Todesfällen von Fußgängern führt.

 

2. Es fördert die soziale Interaktion

Fußgängerfreundliche Straßen sind Orte, die zu Begegnungen führen. Laut einer Studie aus den 60er Jahren kennen Menschen ihre Nachbarschaft weniger gut, wenn sie in Straßen mit regen Autoverkehr leben.

 

3. Es stärkt die Gemeinschaft

Wenn sich Menschen auf Straßen begegnen und interagieren, entsteht ein Gemeinschaftsgefühl. Eine Studie fand in Irland heraus, dass in Nachbarschaften mit vielen Fußgängern das „Sozialkapital“ 80 Prozent höher war, als in Gebieten, die vom Autoverkehr beherrscht wurden.

 

fussgaenger24. Es hilft lokalen Unternehmen

Als in Brooklyn ein Parkplatz zu einer Fußgängerzone umgestaltet wurde, erhöhte sich der Einzelhandelsumsatz um 172 Prozent. Menschen, die einen Wochenmarkt besuchen, kaufen auch eher in Geschäften in dessen Umfeld ein. Je weniger Auto gefahren wird, desto mehr Geld geben Bewohner vor Ort aus. So schätzen Ökonomen, dass die Bewohner von Portland, Oregon, die 20 Prozent weniger Auto fahren als der Rest des Landes, dadurch über eine Milliarde US-Dollar einsparen. Diese Summe wird dann zu einem großen Teil in lokalen Geschäften ausgegeben.

Foto von Roman Arkhipov via Unsplash

 

 

 

 

 

5. Es regt den Tourismus an

Touristen erleben eine Stadt am besten zu Fuß. Lässt sich eine Stadt gut erlaufen, wird sie für Besucher attraktiver. Der Trafalgar Square in London hat seit seiner Neugestaltung für den Fußverkehr einen Besucherzuwachs von 300 Prozent.

 

6. Es verringert die Luftverschmutzung

An dem autofreien Tag in Paris im Jahr 2015 verringerte sich der Smog in Teilen der Stadt um 40 Prozent. Langfristig ist die Umwandlung in Fußgängerzonen gesundheitsfördernd, da die Luft sauberer wird. Außerdem hilft sie die CO2-Bilanz einer Stadt zu verbessern.

 

fussgaenger17. Es macht Städte wettbewerbsfähiger

Wie hoch die Lebensqualität einer Stadt ist, hängt auch direkt mit ihrer Fußgängerfreundlichkeit zusammen. Melbourne wurde laut „The Economist“ fünf Mal in Folge zur lebenswertesten Stadt der Welt benannt. Einer der Gründe ist die Umgestaltung des Stadtzentrums zur Fußgängerzone und der daraus folgende Anstieg von 830 Prozent mehr Anwohnern.

Den ganzen Bericht kann man hier finden.

 

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