Zentral sind drei Poster in orange, blau und gelb zu sehen, die zwischen Bäumen aufgespannt sind. Die Poster bilden Themenbereiche ab, auf dem ersten ist "Kultur und Gemeinschaft" zu lesen. Dabei sind viele Abbildungen. Im Hintergrund ist eine Gruppe von Menschen zu sehen, die ein weiteres Poster, das zwischen anderen Bäumen augespannt ist, begutachten. Sie wirken konzentriert und stehen in der Gruppe beinander.

Neue Projektdokumentation: Impulse aus transdisziplinären Studierendenprojekten

Kirchengebäude liegen oft mitten im Quartier und sind eng mit sozialen Netzwerken vor Ort verbunden. Gleichzeitig fehlen gerade in Städten Räume für Nachbarschaft, Kultur, Bildung und soziale Initiativen. Daraus ergibt sich eine Frage, die weit über die Kirche hinausreicht: Wie lassen sich die Interessen von Gemeinde und Quartier so verhandeln, dass zukunftsfähige und gemeinwohlorientierte Nutzungen entstehen?

Dieser Frage gingen Studierende des Masterstudiengangs Gesellschaftlicher Wandel als Gestaltungsaufgabe der Hochschule München nach. Über zwei Semester entwickelten sie im Rahmen unseres Projekts Stadt.Raum.Potenziale gemeinsam mit Praxispartner*innen fünf transdisziplinäre Projekte. Die Erkenntnisse aus diesem Prozess sind jetzt in einer neuen Projektdokumentation festgehalten.

5 Projekte, 5 Zugänge

Im Zentrum der Lehrforschungsprojekte stand die Frage, wie kirchliche Raumpotenziale gemeinsam mit lokalen Akteur*innen identifiziert, aktiviert und weiterentwickelt werden können. Davon ausgehend sollten die Studierenden transdisziplinäre Prozesse anleiten, die eine geteilte Problemdefinition, die Entwicklung kontextspezifischer Lösungsansätze und die Einbindung unterschiedlicher Perspektiven ermöglichen. Dafür arbeiteten die Studierenden gemeinsam mit Praxispartner*innen an konkreten Fragestellungen und erprobten Kooperations- oder Beteiligungsformate, mit denen lokale Bedarfe sichtbar gemacht und zukünftige Nutzungsperspektiven entwickelt wurden.

Diese Projekte wurden entwickelt:

  • Gemeinsam statt einsam 2.0 entwickelte ein Nutzungs- und Finanzierungskonzept für das Ökumenische Kirchenzentrum im Olympiadorf.
  • MITGESTALTEN ermittelte mit Werkstätten, Fragebögen und Gesprächen die Bedarfe rund um die Pfarrgemeinde Namen Jesu in Laim.
  • Philippus’ Perspektiven untersuchte Bedarfe und Kooperationspotenziale im Sozialraum der Philippuskirche in Giesing. V
  • ERänderungsLUST fragte, wie die Gemeinde Heilig-Geist im Olympiadorf Veränderung und Verlust erlebt.
  • Zukunfts(t)raum Kirche entwarf Szenarien für die künftige Nutzung der Heilig-Geist-Kirche in Moosach.

Learnings aus den Projekten

Eine Erkenntnis zieht sich durch alle Projekte: An Ideen fehlt es nicht. Die Projekte zeigen außerdem, dass Veränderung kein vorübergehender Ausnahmezustand ist, sondern eine dauerhafte Gestaltungsaufgabe. Studierendenprojekte können hier Impulse geben: Sie machen Potenziale sichtbar, bringen Menschen zusammen und stoßen Prozesse an, die vor Ort weitergeführt werden können. Neben den Projektsteckbriefen enthält die Dokumentation methodische Erfahrungen und Learnings aus der transdisziplinären Zusammenarbeit. Damit richtet sie sich an Kirchengemeinden, Akteur*innen der Quartiersentwicklung, Hochschulen und alle, die ähnliche Vorhaben planen.

Weitere Infos und Materialien zum Thema

Die Ansätze aus den Projekten diskutieren wir weiter, und zwar in einer eigenen Session zu Lehr- und Studierendenformaten auf unserer gemeinsamen Konferenz mit der Hochschule München.

Fragen und Anregungen zu Stadt.Raum.Potenziale nehmen wir gerne per E-Mail an raumpotenziale@hanssauerstiftung.de entgegen.