Die Bauteilwiederverwendung als Soziale Innovation für eine nachhaltige Entwicklung

„Make, Use, Waste” beschreibt die vorherrschende lineare Logik, die das weltweite Produzieren, Handeln und Wirtschaften von heute kennzeichnet und damit erheblichen Druck auf natürliche Ressourcen, Ökosysteme aber auch Gesellschaften ausübt. Dabei ist der Bausektor in Ländern wie Deutschland der mit Abstand ressourcenintensivste Industriezweig. Bereits heute stecken in unserer gebauten Umwelt enorme Mengen grauer Energie und endlicher Ressourcen. In Anbetracht zunehmender Urbanisierung, gilt es nicht nur künftig kreislauffähiges Bauen in der Wissenschaft und Praxis voranzutreiben, sondern auch Lösungen zu finden, wie das bestehende anthropogene Ressourcenlager genutzt werden kann. Bereits heute treiben zahlreiche Organisationen die Bauteilwiederverwendung in ihrer Region voran. In der Vergangenheit sind jedoch einige an ihrer finanziellen und sozialen Konsolidierung gescheitert.

Die Bachelorarbeit baut auf aktuelle Forschungsdebatten zu Sozialen Innovationen, deren Prozessen und Ökosystemen im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung auf. Des Weiteren geht die Forschungsarbeit auf die Thematik der zirkulären Wirtschaft als möglichen Lösungsansatz ein und zeigt gleichzeitig dessen Grenzen auf. Ganzheitliche Ansätze, insbesondere die Skizze einer Circular Society*, werden vorgestellt.

*Jaeger-Erben, Melanie und Hofmann, Florian (2019) Kreislaufwirtschaft – Ein Ausweg aus der sozial-ökologischen Krise? Nachhaltigkeit. Wiesbaden.

 

Zielsetzung

Im Rahmen der Forschungsarbeit werden Organisationen der Bauteilwiederverwendung und deren Rahmenbedingungen untersucht, um Hemmnisse und Faktoren des Gelingens zu identifizieren. Die generierten Erkenntnisse sollen Reflexion und Inspiration für bestehende Organisationen in diesem Feld sein und gleichzeitig die Initiierung neuer Initiativen unterstützen. Mit der Übertragung der Ergebnisse auf das Fallbeispiel Mehrwerthof Markt² Schwaben wird eine mögliche Anwendung gezeigt.

 

Forschungsfragen

Leitfrage: Wie kann zirkuläre Praxis im kommunalen Raum verankert werden?

(1)   Welche hemmenden und begünstigenden Merkmale weisen Soziale Innovationen, deren Prozess, sowie deren Kontext im Bereich der Wiederverwendung von Bauteilen auf?

(2)   Inwieweit bestehen in Markt Schwaben Potentiale und Herausforderungen für eine erfolgreiche Wiederverwendung von Bauteilen?

 

Autorin: Nadja Hempel

Nadja Hempel ist Absolventin des Bachelorstudiengangs Management Sozialer Innovationen. Ihre Bachelorarbeit ist im Rahmen des Projekts „Mehrwerthof Markt² Schwaben“ und dem Themenschwerpunkt „Circular Society“ des social design labs, der Hans Sauer Stiftung entstanden.